Samstagmorgen, heute fahren wir zum Boot und morgen geht es los! Nun ja, zunächst fährt Olaf zu 9 Uhr erst mal nach Lübeck zum Schifffahrtsamt, um seinen Sportbootführerschein Binnen zu machen. See hat er schon seit einigen Jahren, aber das hilft zwischen Hamburg und Travemünde nicht so viel.

Sportliches Timing, aber es gab keinen anderen Termin vorher. Was allerdings in der Konsequenz bedeutet, dass es in den nächsten Wochen auch nicht mal eben einen freien Prüfungstermin gibt. Die Planung basiert auf einem positiven Ergebnis und um 10 Uhr stand mein erweiterter Kapitän wieder zu Hause vor mir.

Um 11 Uhr starteten wir im bepackten Auto von Freunden, die uns zum Schiff fuhren. Das Motorbootfahren auch die Logistik an Land fordert lernten wir schnell.

 

So kamen wir bei Sonnenschein im tideabhängigen Hafen an und das Boot schwamm auf der Wassertiefe, mit der wir 24 Stunden später ablegen wollten. Wir richteten uns ein, fütterten das Boot mit Trinkwasser und Diesel, kontrollierten dies und probierten jenes. Stießen uns die Köpfe an den noch nicht verinnerlichten Abmaßungen des Bootes und waren zufrieden. Wir waren schon mal an Bord, hatten kein Auto mehr zum Wegfahren, jetzt gibt es nur noch das Boot und uns.

Als ich vorm zu Bettgehen noch mal zur Toilette am Hafen wollte, lag das Boot im Schlick und die verschlickte, freihängende Leiter war 1 m neben dem Boot über einen Balancierschritt auf der Reeling bestens zu erreichen. Nur noch 3 m aus dem Hafenbecken nach oben geklettert und dort über einen 2 m Kellerrost an Land gehüpft. Das Ganze mit Gleitsichtbrille, wodurch die Entfernungen in so unbekannten Sichthöhen und -tiefen hin und her springen.
Alter Falter??? Was mache ich hier, warum tue ich mir das an, hier im Dunkeln. Sofaaaa, wo bist du?

Ab in den WC-Container und dort schon überlegend wie ich bloß wieder sicher an Bord komme. Und Memo an selbst: DAS ist kein Zustand, wenn man nachts aufs Klo muss. Aber, was habe ich für einen tollen Partner in allen Fällen. Ich wurde oben an der Leiter empfangen und geleitet. Als wenn es sich zu zweit besser abstürzt. Aber es fühlt sich auf jeden Fall viel besser an und dann ging es das erste Mal in unsere geräumige Koje, die schon etwas wohnlich aussieht.