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ESK

Von Lauenburg Richtung Uelzen

Schleuse Uelzen

Von Lauenburg Richtung Uelzen

Service

Wir haben Spaß mit unserm Boot und an unserer Arbeit.

 

So verschieden wir zwei sind, sind auch die Dienstleistungen, die wir anbieten. Immer wieder entstehen auch tolle Synergien aus unseren Tätigkeiten, von denen unsere Kunden profitieren. Da wir auch gern vom Boot aus arbeiten, sind wir mit unserer Arbeit auch zu unkonventionellen Zeiten gut erreichbar.
Zum einen bieten wir Webhosting und die Entwicklung oder Betreuung von Webseiten und Shops an. Hierbei arbeiten wir Hand in Hand mit kurzen Wegen und ermöglichen Präsenzen im Netz zu überschaubaren Investitionen.

Anfragen zu unseren Leistungen gerne über unser Kontakt-form

 

Olaf über Kathrin:

„Kathrin arbeitet seit vielen Jahren als Business- und Life-Coach, mit dem Schwerpunkt auf das weibliche Empowerment. Neben den persönlichen Terminen hat sich herausgearbeitet, dass es oft kurze Telefon-Coachings sind, die den Klientinnen neue Wege aufzeigen und damit schnelle Lösungsansätze bieten. Dafür ist sie auch gern am Abend und am Wochenende erreichbar.
Ihre Stärke ist es, den Menschen eine erweiterte Betrachtung der Situation zu eröffnen und dadurch alternative Verhaltensweisen oder Entscheidungen zu finden. Gerade zu akuten Krisenfragen des Lebens wird sie von ihren Klienten gern spontan kontaktiert.“

 

Kathrin über Olaf:

„Olaf hat seit über 20 Jahren ein Unternehmen für Medienproduktion und Veranstaltungstechnik. Für dieses Spektrum bietet er eine Vielzahl an Leistungen an: Mehr dazu findest Du hier: www.f-bas.tv

Darüber hinaus verfügt er durch eine ursprüngliche Ausbildung als Karosseriebauer über eine Leidenschaft für technische Herausforderungen. Bei dem Projekt Ankerplatz geht das von Bootseinbauten über Schweißarbeiten bis zu Motoroperationen. Für Antworten und Hilfen kann man sich an Ihn wenden.“

Lecker & schnell aus der Kombüse.

Aktuell ist die Kombüse leider geschlossen, aber nach und nach werden hier praktische Tipps für die einfache Ausstattung und Verpflegung erscheinen. Tendenz: fresh, healthy & easy to prepare. Abgepackt und ungesund hat ja für den Notfall eh jeder mit dabei.

(Okay, fürs korrekte Protokoll: Das Foto stammt jetzt nicht aus unserer Ankerplatz-Kombüse und bietet daher etwas mehr Platz. Aber der geschlossene Hafen ermöglicht keine aktuellen Raumsparfotos aus der realen Kombüse. – Folgt… hoffentlich bald!)

Video

ELK | 5 knts |

ELK | 5 knts |

März 2020 – alles ist anders.

Das Corona-Virus rückt näher und zeigt der Welt wie globalisiert und vernetzt wir ganz real sind. Was eben noch weit weg und für die Heimat kaum vorstellbar war, ist Realität geworden. Das Leben auf der Welt ist weitestgehend zum Stillstand gekommen, bis auf die systemrelevanten Bereiche.

Stornierte Aufträge verschafften uns schon früh unerwartete Zeit und Anfang März dachten wir noch, wir könnten unser Boot, das fast vor der Haustür liegt, besuchen und daran basteln. Tja, was wir alle vor kurzem noch so dachten. Wir sind nicht für individuelle Befindlichkeiten, sondern brauchen kollektives Verhalten zum Besten Aller. So sind wir wie alle zu Hause. Nun haben wir endlich mal unsere Website fertiggestellt, auf das sie bald weiter wachsen kann mit neuen Erlebnissen und Bildern im (B)Logbuch.

2018

Gesucht | gefunden | angeschaut | gekauft | aufgehübscht | und los.

Elbufer | Fähre | Schleuse | Rettungsübung |

elk

Elbe Lübeck Kanal | gemütlich | Schleusenreich |

Motorschaden | Ersatz | Umbau | weiter

Kunterbuntes

Winter 2020

Der Winter war noch milder als in den Vorjahren und so haben wir unser Boot auf seinem Winterliegeplatz gern besucht und einfach den Blick in die Natur genossen. Vorher einen schönen Strandspaziergang oder Olaf auch gern mal mit dem Kite eine Runde aufs Wasser und ich mit dem Fotoapparat durch den Sand gegen den Wind gestapft. So oder so setzen wir uns anschließend gern ins Boot und genießen den rundum Panoramablick auf den Binnensee. Selbst solch ein Nachmittag mit nur ein paar Stunden seichtem Geschaukel und Löcher in die Gegend gucken macht gleich etwas mit uns. Eine Ruhe breitet sich aus und obwohl man fest verzurrt am Steg liegt entsteht schnell ein positiver Abstand zu den alltäglichen Dingen.

Wir sinnieren über mögliche Touren in diesem Jahr und vermessen ganz konkret Innenausbauten, die in 2019 nicht vollendet wurden. Das Badezimmer ist noch im Rohbau stecken geblieben, die Vorratskammer für die Küche soll fertig werden und im Motorraum und Technikkeller gibt es sowieso immer noch genug Bastelstoff bei unserem alten Boot. Einfach mal wieder anfangen war unser Plan und so verließen wir mit Liste für den Baumarkt das Boot, um beim nächsten Besuch loszulegen.

Letzte Ausfahrt: Orth

Der Jahreslauf sagt: die Saison ist eigentlich schon zu Ende.
Der Kalender sagt: hey, in Norddeutschland gibt es einen neuen Feiertag.
Das Wetter sagt: kommt raus aufs Meer!
Los geht’s!

Nachdem wir im Herbst mit dem Boot für einige Wochen in der Werft auf dem trockenen lagen freuen wir uns sehr über ein unerwartetes langes Wochenende mit strahlendem Wetter. Ende Oktober sind die umliegenden Häfen fast vollständig leergekrahnt und so haben wir die Ostsee fast für uns. Das Wetter ist bombastisch. Wir treffen uns nach der Arbeit direkt am Boot und legen am frühen Nachmittag ab. Unser Ziel ist der kleine Ort Orth auf Fehmarn. Wir kennen den malerischen Hafen von Landausflügen, haben ihn bisher aber mit dem Boot gemieden, da wir im Sommer oft dachten wir bekommen evtl. keinen Liegeplatz. Aber nun.

 

Unsere Abfahrtszeit gegen 15 Uhr eigentlich kein Problem bei einer gedachten Fahrtzeit von 2 Stunden, aber am 30. Oktober ist schon um 16.40 Uhr Sonnenuntergang. Und so fuhren wir sehr bald in einen gefühlt nicht endenden Sundowner. Ostsee in Flammen als Privatvorstellung. Laute Lieblingsmusik an Deck, Heißgetränke griffbereit und gut eingemummelt fotografierten wir uns der Sonne entgegen.

Die Ansteuerung von Orth zieht sich hin, auch wenn Fehmarn selbst von Anfang an zum Greifen nah vor uns liegt. Die Sonne sinkt und sinkt. Da unsere elektronische Navigationsausstattung noch reichlich Luft nach oben hat, bin ich in diesen Situationen auch schneller mal unruhig. Hin und her gerissen zwischen der malerischen Abendstimmung und der Sorge orientierungslos auf der Ostsee zu sein oder einfach im Stehrevier der Bucht auf Grund zu laufen. Das ist theoretisch übertrieben, fühlt sich für mich aber doch schnell so an. Seekarten und Leuchtturmangaben hin oder her. Das Durchfahren der grün/roten Hafentonnen gibt mir gleich ein heimatliches Gefühl.

 

Wir laufen durch die langgezogenen Hafenmolen ein und gleiten an die freien Längslieger an steuerbord. An der Hafenkante stehen vereinzelte Grüppchen und bewundern ebenfalls das Naturschauspiel, das sich am Horizont bietet. Orange-hour, hoch aufs Deck und danach die Beine vertreten durch den kleinen Hafen mit seinen verträumten kleinen Ecken. Ansonsten ist der Hafen mehr als up-to-date. Das Einchecken am Automaten und Guthabenkarte super einfach und komfortabel bis hin zu müllfrei, da ohne Thermobelege oder anderem Gedöns, das bei Wind gern fliegen geht. Am Ende gibt man seine Karte einfach wieder im Automaten ab und fertig. Obendrauf gibt es aber auch noch einen realen und sehr sympathischen Hafenmeister.

Als es dunkel ist und wir gut gegessen haben, überfällt uns eine bleierne Müdigkeit. Gefühlt mindestens 22 Uhr, aber ist gerade mal 18 Uhr. Das sommerliche Zeiterleben an Bord ist noch nicht passend zu den kurzen Wintertagen. Ein bisschen bleiben wir noch wach, aber dann – so früh waren wir selten im Bett.

Die Rückfahrt wurde mal wieder grenzwertig. Ja, es war mehr Wind und damit Welle angesagt, aber das begann dann doch früher als gedacht und dafür auch heftiger. Wie immer steigt damit nicht nur der Seegang, sondern auch die Anspannung der Crew-Mitglieder. Olaf manövrierte uns durch und gegen die Wellen damit wir nicht zum vollendeten Spielball wurden und ich sehnte mich nach dem direktesten Weg. Inzwischen sind wir etwas erprobt für diesen Fall, wenig Kommunikation, reduziert auf das Nötigste hilft. Über Befindlichkeiten spricht es sich wieder Bestens bei ruhiger See oder spätestens mit dem ersten Heißgetränk, wenn wir fest vertäut am Steg liegen.

Nachdem wir den Fehmarnsund passiert hatten und mit scharf steuerbord hinter der Landabdeckung dem Westwind entkommen waren wurde es eine gemütliche Heimfahrt bei Sonnenschein. Schön.

 

 

Schön bis auf die Irritation, dass der Motor zwischendurch so an Kraft verlor, als wenn wir eine temporäre Gegenschwimmanlage am Bug hätten. Und dann auch wieder nicht. Wir realisierten das, versuchten es aber auch auszublenden, in der Hoffnung die letzte vertraute Heimatroute des Jahres ohne weitere Vorfälle abzuschließen.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber das tat sie. Zum Glück oder auch ärgerlicherweise direkt mit dem Verlassen der Hafeneinfahrt und dem Einlaufen in den Großenbroder Binnensee. Den Liegeplatz in Sicht und doch so fern. Wer die Ecke kennt, weiß wie schön sie ist und wie dicht der seichte Badestrand an backbord passiert wird, dafür warten an steuerbord die verrosteten Metallstreben der Betonmole aus Kriegszeiten. Dazwischen wir, von jetzt auf gleich ohne Motorkraft. Schluss, aus, ende. Ich blieb oben am Steuer, mal wieder mit dem Gefühl: Was kann ich hier schon ausrichten? Aber zumindest mit dem Rundumblick, ob die Hindernisse oder andere Verkehrsteilnehmer näher kommen. Unser Glück war eine absolute Windstille, wir lagen einfach still wie der See als Ganzes. Olaf verschwand auf der Badeplattform und mühte sich mit dem Außenborder. Ein verlässlicher Kerl, den wir auch immer wieder testweise anschmeißen. Zum einen weiß man ja nie und wir wissen wie sehr er uns schon einmal gerettet hat. Aber diesmal.. die beiden Motoren hatten sich abgesprochen. Totaler Feiertagmodus, nix geht mehr. Bis auf mein Handy, dass auf einmal klingelt und unsere Hafennachbarn die bei Kaffee und Kuchen bei der Hafenmeisterin saßen, mit bestem Seeblick und uns quer in der Einfahrt längst im Blick hatten. Kurzer Schnack: Hilfe kommt. Ein gutes Gefühl. Der Seenotrettungskreuzer ‚Bremen‘ der ebenfalls vis-à-vis zu uns liegt machte sich ebenfalls mit kleiner Ausstattung auf zu uns. Wir nahmen die Leinen vom Hafenmeister und der zog uns bis auf unseren Winterliegeplatz. Wir wurden wie immer bei solch einer Havarie von allen Anwesenden mit Freude und Humor am Steg empfangen und parkten ein. Saisonende 2019.

Sommer 2019

Der Sommer 2019 war von viel mehr Landgängen gezeichnet als geplant und so kamen unsere Bootszeiten viel zu kurz. Ausfahrten in die Umgebung. Kaffeefahrten mit Freunden, oder besser Fischbrötchenfahrten nach Fehmarn mit Besuch aus dem Inland. Tagesausflüge vor die Küste, Anker geworfen und das seichte Schaukeln bis zum Sonnenuntergang genossen. Sehr viel weiter sind wir diese Saison nicht gekommen, und trotzdem war es wieder einfach schön. Jeder Tag an Bord gleitet sofort in ein Urlaubsgefühl.
Wenn wir Zeit hatten, passte das Wetter öfter nicht und so verbrachten wir auch manche Nacht an Bord an unserem angestammten Liegeplatz. Äußerster Platz im Hafen mit Blick über den See auf das gegenüberliegende Ufer. Immer ein paar Möwen, Blässhühner und Kormorane um uns herum. Sonnenuntergang inklusive. Entschleunigung leicht gemacht.

Im Hafen von Burg das Bilderbuchtreiben beobachten kann einen auch beschäftigen. Da werden vor lauter Entspannung sogar die Fotos unscharf.

Gefühlt ein herrliches Ende der Welt. Jeden Abend wieder.

Nie wieder seekrank!

Meine ursprüngliche Ablehnung gegenüber dem Abenteuer ein eigenes Boot zu haben lag tief verwurzelt in meinen ungezählten Erlebnissen der Seekrankheit. Jeder der es kennt weiß wie man dem ausgesetzt ist und es kein Ende des Elends gibt. Erst wenn man wieder Land unter den Füßen hat löst sich die Übelkeit in den meisten Fällen (nach einiger Zeit) wieder auf. Bis dahin aber ist einem einfach zwischen elendig und speiübel, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten reduzieren sich auf ein Minimum. Genau noch das Minimum, das einen hoffen lässt, dass es wieder aufhören wird. Sehr viel mehr geht nicht.

Medikamente von Keule bis Homöopathie, Tee, mentales Training … viel was der Markt gegen Reiseübelkeit anbietet, aber so richtig zuverlässig helfen tut kaum etwas.

Und dann kam meine Erlösung und die hat auch schon vielen anderen geholfen, die nun ebenfalls darauf schwören. Also merkt euch diesen Tipp und empfehlt ihn allen weiter, die damit zu tun haben. Auch Übelkeit beim Autofahren etc. gehören ab sofort der Vergangenheit an.

Unter dem Suchwort „Sea-Band“ findet man bei Amazon (und natürlich auch diversen anderen) Akupressurarmbänder für ca. 10-15 € das Paar. Die Stretch-Armbänder haben eine kleine Halbkugel auf der Innenseite, die auf den Akupressurpunkt positioniert wird. Der Punkt befindet sich auf der Unterarminnenseite, drei Fingerbreit oberhalb der Handgelenksfalte, mittig zwischen den sichtbaren Sehnen. Für Fachleute ist es der: P6, Nei-Kuan-Punkt. Für mich schlicht die fühlbare Entspannung bei allen Bewegungen, die Schwindel auslösen können. Die Bänder müssen beidseitig, also als Paar getragen werden und sind idealerweise vor Reiseantritt angelegt. Ist einem erst mal übel geworden und man legt sie dann an, dauert es länger bis die Wirkung zu spüren ist.

Für mich gilt mit dem Ablegen im Hafen: Rettungsweste und Sea-Bands anlegen. Sie können auch tagelang und über Nacht getragen werden.

Es gibt sie auch in Kindergrößen für kleine Menschen, denen schon bei jeder Autofahrt schnell übel wird. Auch bei Schwangerschaftsübelkeit habe ich schon positive Wirkung erzählt bekommen. Bei kräftigeren Handgelenken auf eine nicht einschnürende Größe achten oder sich alternativ aus Klettarmbändern selbst welche basteln.
Also ab damit ins Ablagefach im Auto oder auch als Extra für Gäste an Bord, falls der Seegang unerwartet zunimmt.

Standheizung | Einbau

Eine Heizung ist eine sehr wichtige Sache an Bord. Ich habe mich für eine 5-KW Diesel-Heizung entschieden. Hergestellt in China, aber deutscher Importeur und Verkäufer bzw. Online-Shop. Die Heizung läuft seit Winter 2018/19, wobei der letzte Winter nicht wirklich kalt war. Aber sie macht es schön gemütlich, ist nicht laut, hat eine Fernbedienung und sie verbraucht nicht viel.

 

Die Heizung kam wie bestellt, mit allem Zubehör, welches auch online beworben wurde. Ich habe mich für einen separaten Tank entschieden. Diesel von der Tankstelle ist sauberer in der Verbrennung und das verträgt die Heizung besser als den Schiffsdiesel aus dem großen Tank. Ich wollte mir auch die Arbeit sparen, ein Rückschlag- bzw. Rücklauf-Ventil in die Kraftstoffleitung zur Heizung einzubauen.

Was man auf dem Zubehörbild nicht sehen konnte, und wenn man noch nie eine Standheizung in einem Boot eingebaut hat auch nicht wissen kann: Der mitgelieferte Auspuff ist nicht  für einen Bootseinbau geeignet. Gut, dass es in der Nähe Fachleute und Händler gibt.

Das Loch für den Durchlass zu bohren war eine echte Aufgabe. Und ein Loch in den Rumpf zu bohren ist per se schon etwas, dass einem an Bord zu Wasser widerstrebt.
Langsam bohren, den Bohrer nicht zu warm werden lassen. Im Anschluss das neue Loch mit Rostschutz und Lack behandeln.

Standard Markenprodukt Borddurchlass. Standard Maß, passte auf Anhieb und sieht schick aus. Das Abgasrohr mit dem integrierten Schalldämpfer passte sehr gut in der Montage. Die Umwicklung des Abgasrohrs mit Hitzeschutz-Isolierung verhindert eine stärkere Kondenswasserbildung im Motorraum.

Das die Fender nun nicht mehr an dieser Stelle zu positionieren sind, hatten wir schon nach einer Schrumpfbirne raus ;o)

Ich habe die Heizung unter der festeingebauten Sitzbank eingebaut. Der Brenner zieht seine Luft zur Erwärmung aus den Hohlräumen der Festeinbauten. Das hat den Vorteil, dass keine feuchte oder zu kalte Luft von draußen angesogen wird. Außerdem fördert es den Luftaustausch “hinter den Möbeln” und macht es trockener an Bord. Ein guter Begleiteffekt im Winter oder an regnerischen Tagen.

Wir hatten die Pocken an Bord

Überraschend erfolglose Werftsuche
Im Sommer nutzten wir die Gelegenheit bei den unterschiedlichsten Werften mit unserem Boot vorzufahren und anzufragen, ob es möglich wäre im Herbst dort die Seepocken entfernen zu lassen und das Boot dann mit neuem Lack und diesmal mit (!) Antifouling zu streichen.
Wir waren schon sehr erstaunt wie es sich mit der Resonanz verhielt. Unsere einfache Idee einen Kostenvoranschlag zu erhalten erwies sich als ein mehr als schwieriges Unterfangen. Wöchentliche Telefonate und/oder versuchte Telefonate brachten wenig Ergebnis. Der erste KVA kam nach ca. 6 Wochen von einer Werft. Ich glaube wir haben vier Werften ganz konkret angefragt. Dafür war die Summe dann auch fünfstellig und nach oben offen ins Ungewisse.
Zudem waren die Werften nicht gerade klar in den Aussagen wie die Pockentfernung und Aufarbeitung vorzunehmen sei. Wir waren da sehr erstaunt, da es ja kein seltenes Thema ist. Es sei denn man hat kein Antifouling?
(… wir waren etwas gewarnt, denn Hafennachbarn erlebten in einer dieser Werften im Sommer ein finanzielles Fiasko, sie wollten nur ein mitgebrachtes Teil tauschen.
Gedacht: Krahnen – eine Stunde Teil auswechseln – krahnen… fertig.
Realität: Von der Werft nicht wieder ins Wasser gelassen, wochenlange Werftarbeit und eine ernsthafte fünfstellige Rechnung…)

Wie dem auch sei. Bei allen Überlegungen und Forschungen zum Thema Seepocken-Entfernung wuchs der Entschluss: das machen wir selber. Und so nahmen wir Kontakt auf zur Lübecker Werft bei der wir schon mit unserem Motorschaden gute Erfahrungen gemacht haben.

Ideen und Planung der Pockenentfernung in Eigenregie
Seepocken zu bekommen ist ein Leichtes, sie loszuwerden scheinbar eine Wissenschaft für sich.
Die Gespräche und Recherchen zu dem Thema waren umfangreich, aber die plug-and-play-Version war nicht so einfach zu finden.
So schwankten wir zwischen Sandstrahlen und Eisstrahlen… was brauchen wir dafür?… Was kostet der Quarzsand? Wohin mit dem verdreckten Quarzsand oder Wasser? Wahnsinnsentsorgungspreise im Gemisch mit Laboranalysen, um das Entsorgungsgut überhaupt finanziell bewerten zu können. Wer viel fragt, bekommt viele Antworten und wie man es so kennt in Deutschland, die Vorschriften werden nicht weniger, je mehr man forscht. Auch die Kosten waren nach wie vor im Bereich von mehreren Tausend Euro für das Ausleihen von Sand- oder Eisstrahlgeräten, den Transport, die Werkstoffe, Planen und und und…

Der Werftbesuch
Ende September war es so weit. Wir hatten einen Slot auf dem Werftgelände kurz bevor die Boote alle raus mussten und einen Trailer den wir leihen konnten bevor er als Winterplatz gebucht war. Zwei Wochen waren der Plan, neben den Seepocken wollten wir ja eigentlich noch ein paar andere Dinge erledigen die auf der ‚kann-Liste‘ stehen.

Bei sommerlichen Temperaturen erreichten wir Lübeck und krahnten das Boot am späten Nachmittag. Unsere Erwartung auf den Anblick der Seepockenkolonie wurde noch mal übertroffen. Es war ein einziger runder Panzer der aus dem Wasser auftauchte, beeindruckend.

Die wortkargen Männer am Krahn gaben den unauffälligen Tipp es doch einfach mal mit den Spachteln zu versuchen. Nach Wochen des Planens kompliziertester Entfernungsszenarien passierte das völlig unerwartete. Die noch nasse, mehrere Zentimeter dicke Schicht aus übereinander hockenden Seepocken ließ sich abstreifen wie ich weiß nicht was. Der einzige Vergleich ist die Vorwerkteppichkehrmaschinenwerbung aus den 70ern, in der das Gerät über den unglaublich dreckigen Teppich fuhr und eine eindeutig saubere Bahn auf dem Untergrund hinterließ – perfekt!

Wir hatten den Trailer auf einer strahlend weißen 200qm-Plane abgestellt und legten zu dritt los. Nach einer Stunde war es soweit: Wir standen verdreckt und glücklich in einem stinkenden Haufen zerstörter Seepocken und sahen zutiefst zufrieden auf den kahlen abgekratzten Bootsrumpf.
(Die Überlegungen zu unserem Karma-Konto nach dem Massaker vertagten wir.)

Wir konnten unser Glück gar nicht fassen, es war einfach erledigt. Nach allen Recherchen und Gesprächen, die Variante hatte keiner zu berichten. Wie dem auch sei, wir stornierten alle Gerätschaften und freuten uns über das so leicht gesparte Geld.
So könnte es weiter gehen mit dem Gewerkel!

Blinde Passagiere

Beim Start in den traumhaften Sommer 2018 dachten wir natürlich, wir kommen weit herum mit unserem Boot. Aber so weit sind wir ja noch gar nicht gekommen. Zumindest was die Entfernung betrifft. Das Abenteuergefühl kam mindestens einer kleinen Weltmeerquerung gleich, die Lernkurve war angemessen hoch und riss nicht ab.
Innerhalb der Lernkurve lernten wir auch viel über Seepocken und so kutschierten wir einen Teil der Population in 2018 gelassen durch die Ostsee und kamen dadurch noch mit guten 4-6 Knoten voran. Wasserwandern nennt man das wohl. Hatte unser Vorbesitzer an irgendeiner Stelle erwähnt, dass er kein Antifouling gestrichen hatte? Haben wir es leichtfüßig als Greenhorn überhört? Wie dem auch sei, jetzt ist jetzt und wir hatten die Pocken an Bord.

Was interessant ist an der Seepocke:
Kurz gesagt hast du eine, bekommst du viele! Mit dem Eintreffen im Juni, im Heimathafen kurz vor Fehmarn, ging der Gruppensex unterhalb der Wasserlinie schnellstens los und stetig voran. Die Seepocke ist zwittrig veranlagt und hat in der Tierwelt das längste Fortpflanzungsorgan im Verhältnis zur eigenen Größe. So kann man sich also genügsam an die Bordwand saugen und von dort aus rundherum mit allen Kollegas fröhlich vor sich hin swingern. Wie schnell so ein Boot mit der ersten Schicht Seepocken bewachsen ist, war beeindruckend und die Vermehrung geht weiter. So hatten wir nach wenigen Wochen schon das Gefühl, oder besser: das reale Ergebnis, dass unser Boot wie eine kleine Schaumhummel durchs Wasser ging. Von gleiten, schneiden oder ähnlich klar trennenden Wörtern die den Zustand zwischen Wasserverdrängung und Bootsaußenwand beschreiben völlig entfernt.

Als Bootsneulinge und bei dem traumhaften Wetter in 2018 war das alles gelassen zu ertragen, lediglich die Überlegung wie wir die ungebetenen Mitreisenden wieder los werden, beschäftigte uns. Ein Werftbesuch für verschiedene Wunscharbeiten war eh geplant, dann eben auch mit kompletter Überarbeitung des Bootsrumpfes.

Überführung | HH – Mölln

Nach der ersten fast zu aufregenden Fahrt bis nach Hamburg, ging es nach einer sehr kurzen und dafür fast schlaflosen Nacht sehr früh weiter. Um viertel nach fünf im Morgengrauen standen wir mit laufendem Motor und gelösten Leinen in der Hand am Steg und starrten gebannt auf die Elbe und wie sich ihre Strömung an den nächsten Dalben im Hafen zeigte. Wie schon erwähnt, hat der Hamburger City-Sporthafen die Besonderheit, dass er im fließenden Strom liegt, der dazu noch Tide hat. So warteten wir auf den kurzen Scheitelpunkt und Wechsel zwischen auf- und ablaufendem Wasser. Da sollte es ein paar Minuten geben, in denen der Fluss nahezu ruht. Dies sei an dem fehlenden Strömen an den Dalben zu erkennen. Und Tatsache, auf einmal hörte das Wasser auf sich an Widerständen zu kräuseln und die Oberfläche veränderte sich. Also aufs Boot gesprungen, Gang rein und abgelegt, um mit unserer behäbigen Manövrierfähigkeit den Hafen eleganter zu verlassen als wir eingelaufen sind.

Unser erstes Ablegemanöver ganz allein. Ich hatte den Bootspieker parat, um die Liegenachbarn ggf. nicht zu solch früher Zeit unsanft mit voller Wucht zu rammen. Es fehlten nur wenige Zentimeter, aber wir kamen elegant und somit völlig souverän aus dem Hafen und fuhren unter der Elbphilharmonie in den Hauptstrom der Elbe aufwärts und für die nächsten Stundengegen dem ablaufenden Wasser entgegen. Ein entspanntes und majestätisches Gefühl machte sich in dem nach wie vor emotional angespannten Zustand breit. Das hatten wir geschafft und es war gar nicht schlimm, sondern sogar toll. Im Osten ging die Sonne auf und wir fuhren allein auf dem Strom auf die Elbbrücken zu. Oben ungezählte Male als Pendler im Stau gestanden glitten wir unten geruhsam durch und genossen den frischen Tag mit einem ersten Kaffee. Nun weiter die Elbe hoch, bis das nächste Abenteuer der Schleusen auf uns zukommt ist noch etwas Zeit.

Wie alles begann

Eigentlich dachte ich die Geschichte endet hier, ich bleibe an Land und das Thema ist erledigt, als ich an einem wunderbar sonnigem Tag mit meinem Liebsten auf dem Ostseedeich entlang radelte. Wie so oft und immer öfter ergoss sich den ganzen Nachmittag, zum wiederholten Mal die begeisterte Vision meines Mannes über mich, wie unglaublich bereichernd und erstrebenswert es sei, wenn wir ein Boot hätten. Alle meine Gegenargumente schienen bei meinem Gegenüber zu verpuffen und meine jahrzehntelange Mitfahrerin-Erfahrung, auf unterschiedlichsten Schiffen, waren natürlich nicht zu vergleichen mit dem was JETZT vor uns liegen würde.

Ich bin ein norddeutsches Kind, habe also vielfältige Erfahrungen wie man auf Helgolandfahrten, Hochseeangelausflügen oder auch auf Booten in internationalen Gewässern am geschicktesten mit dem Wind reihert und sich am besten in der Mitte des Bootes flach auf den Boden legt und abwartet, bis wieder Land in Sicht ist. So beendete ich diese grandiose Vision mit einem längerem, lauten und monotonem: “Nein, nein, nein, nein….” den Deich entlang radelnd, da ich nicht wusste, welchen Teil von ‘Nein’ mein Mann nicht verstanden hatte.

Ich dachte damit sei das nun endlich erledigt und fuhr zu unseren Kindern ins Allgäu. Ich wähnte mich sicher auf den Almen – weit gefehlt. Dort erreichten mich schon bald per WhatsApp erneut Bilder von tollen und einmaligen Gelegenheiten Motorboote zu erwerben, gekrönt von kleinen Videos mit schnurrenden Schiffsmotoren. 

Und statt dem erhofften Ende der Geschichte beginnt hier nun ein neuer Lebensabschnitt. Frei nach dem Motto: ‘Leben ist das was passiert, während du andere Pläne machst’, nehme ich die Herausforderung an, versuche einen Erfahrungsreset und bin gespannt auf das begonnene Experiment.